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Der Mönch "Ekkehard"

Der Mönch "Ekkehard" ist eine interessante Figur aus der Geschichte des Hohentwiels. Josef Victor von Scheffel hat in seinem Roman die Geschichte von Hadwig, Herzogin von Schwaben, und Ekkehard der Nachwelt überliefert.

Als die Herzogin Hadwig von Schwaben, eine junge, schöne Witwe, das Kloster St. Gallen besucht, findet sie Gefallen an dem einnehmenden Äußeren Ekkehards, eines trotz seiner Jugend hochgelehrten Mönchs, der in diesem Kloster die Aufgabe des Pförtners versieht. Sie lässt ihn auf den Hohentwiel, ihren Witwensitz, kommen, um sich von ihm in der lateinischen Sprache unterrichten zu lassen. Das tägliche Zusammensein bringt die beiden einander näher; bald sieht Hadwig in Ekkehard mehr als nur den Lehrer, und auch er empfindet für seine schöne Herrin eine Zuneigung, die ihn tief verwirrt und in Gewissensqualen stürzt. In Liebesdingen unerfahren bleibt der junge Mönche den Gunstbeweisen der Herzogin gegenüber stumm, so dass die stolze, hochfahrende Frau sich verschmäht glaubt und sich von ihm abwendet - zuerst tief gekränkt, schließlich gleichgültig werdend. Auch Ekkehards Tapferkeit in der Schlacht gegen die Hunnen, die in ihr Land eingefallen sind, kann Hadwig nicht umstimmen. Die Kälte der Herzogin aber bringt Ekkehard vollends aus dem Gleichgewicht: Nicht mehr Herr seiner Gefühle reißt er die Widerstrebende in der Burgkapelle leidenschaftlich an sich und wird dabei von dem ihm feindlich gesinnten Abt des Klosters Reichenau überrascht. So landet Ekkehard im Kerker. Doch Praxedis, die griechische Magd der Herzogin, sorgt für seine Befreiung, und er findet, von Berghirten freundlich aufgenommen, in einer Felsenklause des Säntis-Massivs Zuflucht. Das Leben in der "gewaltigen Natur" und unter schlichten Menschen heilt Ekkehard von seiner wirren Liebe und lässt ihn zu sich selbst zurückfinden. Er dichtet das bis in unsere Zeit überlieferte Waltharius-Lied und lässt das Manuskript Hadwig zukommen. Dann zieht er hinaus in die Welt.

Joseph Victor von Scheffel (1826 bis 1886) hat mit dieser Geschichte aus dem 10. Jahrhundert einen klassischen deutschen Geschichtsroman geschaffen, dessen Beliebtheit fortdauert: Allein bis zum Tode des Autors wurden 90 Auflagen gedruckt. Damals schrieb Theodor Fontane folgendes Urteil: "Ekkehard" zählt zu den besten Büchern, die ich gelesen habe. Aus einer dichterisch liebenswürdigen Natur heraus geboren, ist es in der Art seiner künstlerischen Gestalt nahezu vollendet. Es erinnert an Walter Scotts allerbeste Arbeiten. Diese Gestalten aus dem 10. Jahrhundert sind Menschen von Fleisch und Bein, ausgerüstet mit denselben Zügen, gut und schlecht wie wir selber. Die Unterschiede liegen im "Kostüm", in der Welt der äußeren Dinge, nicht im Innerlichen: Man liebte und hasste, hoffte und bangte, geradeso wie heut.

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