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Der kupferne Kessel von Bodman
Am Ende des Überlinger Sees liegt das Dorf Bodman, das vor Urzeiten eine Pfalz der deutschen Kaiser und Könige war. Von diesem Ort hat der Bodensee auch seinen heutigen Namen. Seit Jahrhunderten leben dort die Grafen von Bodman, die der Sage nach ihre Existenz einer wundersamen Rettung verdanken:
Vor vielen Jahren sitzt die ganze Grafenfamilie mit ihren Gästen bei einem fröhlichen Festmahl auf ihrer Burg beisammen, als ein Gewitter aufkommt. Ein Blitzschlag setzt die Burg in Brand. Die Flammen greifen schnell um sich und lassen keinen Fluchtweg mehr offen. Für die Besucher des Festes und die Bewohner der Burg gibt es kein Entrinnen mehr. Da nimmt die Amme den jüngsten Bodmaner, der noch ein Säugling ist, aus seiner Wiege, packt ihn in einen kupfernen Kessel, kämpft sich durch das Flammenmeer und wirft ihn über die Burgmauer hinab. Der Kessel rollt den Berg hinab und bleibt in einem Gebüsch liegen, wo ihn die Dorfbewohner mit dem lebenden Kind finden. Die Burg aber brennt völlig nieder, außer dem Kind im Kupferkessel ist niemand der Katastrophe entronnen. Der einzig überlebende Bodmaner wird der Ahnherr aller heute existierenden derer von Bodman.
In seinem Gedicht "Im kupfernen Kessel von Bodman zu singen" hat Gustav Schwab, der auch den Ritt über den Bodensee beschrieben hat, die dramatische Geschichte in Versform gefasst.



