Berlin Führer

Die Berliner Mauer 1961 bis 1989 Mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 endete die Spaltung Berlins, das mit der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 nach 40 Jahren wieder zu einer Stadt zusammenwuchs. Sie hatte sich durch Kriegszerstörung und den Aufbau nach dem Krieg stark verändert. Den letzten großen Wandel des Gesichts Berlins geschah durch die Bebauung der Mauerbrachen nach dem Abbau der Mauer. Durch den Beschluß des Bundestages am 20. Juni 1991, Berlin wieder zur Hauptstadt Deutschlands und zum Sitz des Parlaments zu machen, wurde die Stadt zum neuen politischen Zentrum des wiedervereinigten Deutschlands.
Um den Bereich des Reichtages entstand ein neues Regierungsviertel , in dem wir unsere Besichtigungstour beginnen wollen. Das Reichstagsgebäude, in dem der Bundestag seine Sitzungen abhält, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In dem von Paul Wallot entworfenen Gebäude fand 1895 die erste Sitzung des Reichtages statt. Kaiser Wilhelm II schätzte den Reichstag nicht und hatte deshalb nicht zugelassen, daß das Gebäude innerhalb der alten Berliner Stadtgrenzen errichtet wurde. Von diesem Gebäude aus rief am 9. November 1918 Philipp Scheidemann die Deutsche Republik aus. Nach dem Reichtagsbrand vom 27. Februar 1933, den Hitler als Anlaß für die Verfolgung der demokratischen Kräfte nahm, blieb die Ruine stehen, die im 2. Weltkrieg noch weiter beschädigt wurde. Eines der Bilder vom Reichstagsgebäude, das um die Welt ging, ist das Bild auf dem sowjetische Soldaten auf dem Reichstagsgebäude die sowjetische Fahne hissen und damit das Kriegsende symbolisieren. In den 1960er Jahren wurde das Reichstagsgebäude renoviert, wobei die Kuppel nicht wiederaufgebaut wurde. Den ersten Höhepunkt seiner Nachkriegsgeschichte erlebte der Reichtag, als dort am 3. Oktober 1990 die erste Bundestagssitzung des wiedervereinigten Deutschland abgehalten wurde. Die Verpackung des Gebäudes durch Christo im Jahr 1995 war das Vorspiel zum völligen Umbau. 1999 fand die erste Bundestagssitzung im durch Norman Forster umgebauten Reichstag statt. Äußerlich nahezu unverändert, fällt heute die neue Kuppel besonders auf. Für Berlinbesucher gehört der Aufstieg in die Kuppel zum Pflichtprogramm. Die Wartezeit wird durch einen unvergleichlichen Blick über Berlin belohnt. Um den Reichstag herum gruppiert sind die Abgeordnetenbüros, das neue Bundeskanzleramt und Verwaltungsgebäude des Bundestages.
In Sichtweite des Reichtages liegt das 1791 errichtete Brandenburger Tor, der frühere Zugang zur Stadt vom Westen her. Durch das Tor hindurch gelangen wir auf den Pariser Platz, dessen vielleicht bekanntestes Gebäude das Luxushotel Adlon ist. Hier nimmt die Straße "Unter den Linden" ihren Anfang, ein Prachtboulevard mit vielen historischen Häusern und luxuriösen Geschäften. Sie ist die Flaniermeile Berlins und führt in das Zentrum des alten Berlin. Berühmte Institutionen säumen ihre Seiten: die Komische Oper, die Staatsbibliothek, das Zeughaus, in dem sich das Deutsche Historische Museum befindet, die Humboldt-Universität, die Staatsoper und die Neue Wache.

Blick auf die Museumsinsel Die Straße endet an der Spreeinsel, wo zur Rechten der ehemalige Palast der Republik steht, der nach dem Willen der Politik einem Wiederaufbau des alten preußischen Stadtschlosses weichen soll. Unter Ulbricht war es als Symbol des preußischen Militarismus abgerissen worden. Gegenüber strahlt seit einigen Jahren in neuem Glanz der 100-jährige Berliner Dom. Weltberühmt sind die Museen der Museumsinsel, die zum UNESCO-Weltkulturerbe erhoben wurden, darunter das Pergamonmuseum, in dem einzigartige antike Kunstschätze, wie das Löwentor von Babylon und der Pergamonaltar ausgestellt sind.

Das so genannte
''Rote Rathaus'' Im weiteren Verlauf kommen wir zum Roten Rathaus, heute Sitz der Berliner Landesregierung. Der Name ist im Übrigen nicht politisch zu verstehen, das Gebäude hat den Namen von seiner roten Farbe. Das Rote Rathaus liegt bereits im Schatten des Berliner Fernsehturms, mit 200 Metern das konkurrenzlos höchste Gebäude der Stadt. Er liegt am Alexanderplatz, bekannt durch Döblins berühmten Roman. Der Alex, wie die Berliner sagen, war einst das "weltstädtische" Aushängeschild Ost-Berlins als Hauptstadt der DDR. Am Alexanderplatz beginnt die Karl-Marx-Allee, die in den 1950er Jahren zu einer sozialistischen Prachtstraße ausgebaut wurde. Eine lange Reihe von "Arbeiterpalästen", mit Keramikkacheln verziert, mit "für damalige Verhältnisse" hohem Komfort. Das Design orientiert sich ganz am stalinistischen "Zuckerbäckerstil". Berühmt ist die Straße nicht nur wegen der Architektur. An den Baustellen der "Stalin-Allee", wie sie damals noch hieß, nahm der Aufstand des 17. Juni 1953 seinen Anfang.

Die Berliner Kaiser-
Wilhelm-Gedächtnis-Kirche Die "City-West" hat durch die Konkurrenz des neuen Stadtzentrums in Ostberlin an Leben verloren. Der Kurfürstendamm, kurz Ku-Damm, ist aber heute noch das Zentrum im Westen. Berühmter Ausgangspunkt an der Straße ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, die 1895 fertiggestellt wurde und an den ersten Deutschen Kaiser, Wilhelm I, erinnern sollte. Im Krieg wurde sie schwer beschädigt. Die Ruine blieb als Mahnmal erhalten und daneben wurde eine neue sehenswerte Kirche errichtet. Ein Achteck dessen Außenwände aus blauen Glasbausteinen bestehen. Die Stille im Inneren im Verein mit dem blauen Licht bietet dem Besucher Erholung vom Lärm und dem Betrieb der Großstadt. Geht man auf der anderen Seite die Tauentzienstraße hinab, kommt der Besucher zum bekanntesten Kaufhaus Berlins, dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens), einem der größten Kaufhäuser Europas. Es gehört zu einer der Attraktionen Berlins.
In Sichtweite der Gedächtniskirche liegt der Zoologische Garten, einer der bekanntesten Zoos in Deutschland, mit 14.000 Tieren und 1400 Arten. Der Bahnhof Zoo gegenüber war früher der Hauptbahnhof Westberlins, durch die Wiedervereinigung hat er zunehmend seine frühere Bedeutung an andere Bahnhöfe verloren.
Westlich vom Brandenburger Tor erstreckt sich der Tiergarten, die grüne Lunge Berlins. Am Tiergarten haben viele Botschaften ihren traditionellen Sitz und auch die baden-württembergische Landesvertretung hat hier einen repräsentativen Platz gefunden. Südöstlich an den Tiergarten schließt ein neues Stadtzentrum Berlins an: die Bebauung des Potsdamer und Leipziger Platzes. Zu Zeiten der Mauer gab es hier riesige Brachflächen, wo einst das Berliner Leben pulsierte. Büros, Einkaufspassagen, Musiktheater, Kinos und vieles mehr laden heute den Besucher zum Verweilen ein. Quer durch die heutige Bebauung verlief früher die Berliner Mauer, was heute nur noch an einem Pflastersteinstreifen im Asphalt zu erkennen ist.

Die East-Side-Gallery Die Berliner Mauer, mit deren Aufbau am 13. August 1961 begonnen wurde, prägte 28 Jahre das Leben Berlins. Nach ihrem Fall ging die Stadt mit der Beseitigung so gründlich vor, daß sich der Besucher heute schwer tut, den Verlauf zu erkennen. An einigen Stellen, wie am Brandenburger Tor und beim Reichtag, markieren zwar Pflastersteinstreifen den Mauerverlauf, doch an den meisten Stellen ist die Erinnerung daran verschwunden. Erst am 13. August 2001 wurden die Mauerreste unter Denkmalschutz gestellt. Einzig an der Bernauer/Ackerstraße sind heute noch Teile der Mauer vollständig mit ihren Sicherungsanlagen zu sehen. Das längste Stück, wobei hier nur der vordere Teil der Mauer steht, ist die East-Side-Gallery. Ein 1300 m langes Mauerteil wurde komplett von Malern, Graffiti-Sprayern und anderen Künstlern. gestaltet. Wer etwas zur Mauer erfahren möchte, dem sei das "Haus am Checkpoint Charly" empfohlen. Das private Museum gehört inzwischen zu den Museen mit den höchsten Besucherzahlen in Berlin. Die Konzeption und der Aufbau sind zwar nicht unumstritten, doch ein Besuch lohnt sich allemal.

Der Botanische Garten in Steglitz Das kulturelle Angebot Berlins ist vielfältig, was zum Teil auch daran liegt, daß durch die lange Trennung viele Einrichtungen doppelt vorhanden sind. So hat der Zoologische Garten sein Gegenstück im Ostberliner Tierpark, ein ebenfalls sehenswerter Zoo. Berühmt ist auch der Botanische Garten in Dahlem, der auf einer Fläche von 42 ha unter anderem ein Tropenhaus und einen Duft- und Tastgarten beherbergt.
Die Theaterlandschaft zeichnet sich nicht nur durch die großen Bühnen, wie dem Berliner Ensemble, dem Deutsche Theater und dem Theater am Ku-Damm aus, sondern auch durch zahllose kleine Bühnen. Die klassische Musik wird durch die Deutsche Staatsoper, die Deutsche Oper, die Komische Oper und zwei Symphonieorchester ( wie die Berliner Philharmonie) repräsentiert. Freunde des Jazz kommen im "Quasimodo" auf ihre Kosten. Geradezu legendär ist der Friedrichstadtpalast, der Live-Musik, Tanz- und andere Shows bietet. Ins Musical geht man am Potsdamer Platz in das Stella Musik Theater oder in die Neuköllner Oper. Allein vier große Kabaretts konkurrieren um die Gunst der Zuschauer: die Stachelschweine, die Distel (das ehemalige Ostberliner Kabarett), die Wühlmäuse und die "Bar jeder Vernunft". 
Der Hamburger Bahnhof präsentiert die wichtigste Sammlung der Kunst der Gegenwart in Berlin Um alle Museen anzusehen, reicht ein Jahr nicht aus. Neben den Museen auf der Museumsinsel gibt es weitere Museen von Bedeutung, wie die Nationalgalerie, das Technikmuseum, das Deutsche Historische Museum oder das Ägyptische Museum. Wer dann immer noch nicht genug hat, der kann in eines der 102 Berliner Kinos gehen.
An die dunkle Vergangenheit Berlins und Deutschlands erinnern die Gedenkstätten in der Stadt. 2005 wurde an der Behrenstrasse, in der Nähe des Brandenburger Tors, die Holocaust-Gedenkstätte eröffnet, die an den Völkermord an den Juden erinnert. Im Ostberliner Stadtteil Hohenschönhausen ist das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis an der Normannenstraße, die frühere Stasizentrale, zu besichtigen. An der bereits erwähnten Bernauer/Ackerstraße gibt es eine Gedenkstätte zur Berliner Mauer.

Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Berlin Links
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